2008 kauften wir unser Haus in dem kleinen Dorf (ca. 400 Einwohner) Esztergalyhorvati. Der Ort liegt ca. 15 km vom Balaton und 10 km vom Thermalsee Heviz entfernt. Ausschlaggebend für den Kauf war zum Einen, dass das Grundstück nur 700 m² gross war (die meisten Grundstücke habem zwischen 1500-5000 m²) und zum Anderen, dass es schon teilweise saniert war (neues Dach,neue Fenster,Gaszentralheizung, etc.)

Welche "Freude" ich allerdings noch mit dem Umbau der "Nebengebäude" haben würde, konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht erahnen.

Das ist also unser Dorf. Und wie man sieht, gibt es sogar mitunter einen richtigen Winter. Es kann dann durchaus auch mächtig kalt werden, aber meistens hält das nicht besonders lange an. 


Grundsätzlich muss man feststellen, dass es in Ungarn ein riesiges Überangebot an Immobilien gibt und dementsprechend sind auch die Preise. Allein in unserem Dorf stehen z.Zt. ca. 7 Immobilien zum Verkauf. Es hat zum Teil den Anschein, dass "Grund und Boden" überhaupt keinen Wert darstellen.

Beim Kauf eines alten Bauernhauses sollte man aber möglichst selbst Ahnung haben, oder zumindest jemand dabei haben der Ahnung hat. Es gibt eine ganze Reihe von Häusern mit Grundstücken von 1000 - 5000 m² und Gesamtpreisen von erheblich unter 20000 €, bei denen man dann aber schon genau hinschauen sollte, ob sich eine Sanierung lohnt.

Obwohl die Preise für Lebensmittel in den letzten Jahren erheblich gestiegen sind und fast deutsches Niveau erreicht haben, ist das Leben hier immernoch wesentlich günstiger. 

Dienstleistungen kosten teilweise nur einen Bruchteil der Kosten in Deutschland. Grundsteuer, Kfz-Steuer, Versicherungen, Gas, Wasser und Strom sind zum Teil ganz erheblich billiger.

Hier nur ein Beispiel: Als unser Grundstück in Deutschland an die Kanalisation angeschlossen werden sollte, war der Preis dafür mit ca. 6000 DM veranschlagt worden. Als es dann soweit war kostete der "Spass" ca. 7000 €.

Hier haben wir vor knapp 3 Jahren Kanalisation bekommen. Preis: ca. 750 € !!!

Das einzige, wirkliche "Problem", dass wir bisher hatten, ist schlicht und einfach die ungarische Sprache. Dem Typ nach bezeichnet man sie als agglutinierende ("anleimende") Sprache. Das bedeutet, dass wenn man z.B. an ein Wort mit 4 Buchstaben die entsprechenden Endungen anhängt, plötzlich einen ganzen Satz hat.  Die ungarische Sprache liegt im Ranking der schwersten Sprachen der Welt auf Platz 4 !!! Und das merke ich eigentlich jeden Tag. Ja, und da hilft nur eins, wie schon der alte Lenin sagte: lernen, lernen, nochmals lernen.

Aber letztendlich ist auch das kein wirkliches Problem, weil in Ungarn die deutsche Sprache weit verbreitet ist und man eigentlich immer jemanden findet, der deutsch kann.